Bio oder regional?

Für welche Lebensmittel Du Dich entscheiden solltest.

 

Wenn Du Dich zwischen regionalen und biologisch produzierten Nahrungsmitteln entscheiden musst, kannst Du Dich am folgenden Leitfaden orientieren.

 

Für alle, die es kurz und knackig haben möchten:

Tierische Produkte immer Bio.

Pflanzliche Produkte in erster Linie regional und direkt vom Acker. Achte wenn möglich auf Saisonalität.

Wenn Du Obst und Gemüse aus regionaler Herkunft statt in Bio-Qualität kaufst, dann achte auf eine sehr gründliche Reinigung. Damit hältst Du die Belastung mit synthetischen Pestiziden und Schwermetallrückständen für Deinen Körper möglichst gering.

Umweltschutz vs. eigene Gesundheit?

Am besten isst Du biologisch produzierte Lebensmittel mit regionaler Herkunft. Obst und Gemüse sollte Saison haben.

Leichter gesagt als getan.

Dass das nicht immer geht, ist uns klar. Also musst Du Prioritäten setzen.

Du musst für Dich entscheiden, ob Du mehr Wert auf eine umweltverträgliche Produktion legst, oder auf eine Ernährung, bei der Du persönlich möglichst wenig Schadstoffe zu Dir nimmst.

Schauen wir uns zuerst die tierischen Produkte an, denn hier ist die Entscheidung einfach: kaufe Bio!
Bio ist bei tierischen Produkten in jedem Fall der Regionalität vorzuziehen. Sowohl aus Gründen des Umweltschutzes, als auch aufgrund der geringeren Belastung mit  Stoffen, die für Deine Gesundheit problematisch sein können – ganz abgesehen vom höheren Tierwohl in der Bio-Landwirtschaft.

Tierische Produkte – lieber Bio.

Gesundheit- und Umweltvorteile von Bio-Eiern, -Milch, -Milchprodukten und -Fleisch gegenüber der konventionellen Tierhaltung:

CO2-Emissionen

  • Was den CO2 Ausstoß angeht, kann man selbstverständlich argumentieren, dass der Transport bei regionalen Produkten wegfällt und diese deshalb umweltfreundlicher sein könnten. Das ist aber nicht der Fall. Der Transport verursacht bei der Nutztierhaltung lediglich einen geringen Teil der CO2-Emissionen bezogen auf die gesamten Emissionen der Tierhaltung an sich.
  • Ein häufiges Argument gegen eine Tierhaltung nach biologischen Kriterien, ist der niedrigere Ertrag pro Fläche. Hierfür würden mehr CO2-Speicher, wie Moore und Wälder, abgeholzt und zu landwirtschaftlicher Fläche umgewandelt werden. Auch wenn das möglicherweise stimmt, ist das zu kurz gedacht. In der Bio-Landwirtschaft wird der Luft Kohlenstoff durch die Bildung von Humus entzogen. Anders bei der konventionellen Landwirtschaft. Hier wird Humus – und somit die CO2-Speicherkapazität – durch Überdüngung und Pestizid-Einsatz kontinuierlich abgebaut.

 

Auswirkungen auf Ökosysteme

  • Für die konventionelle Nutztierhaltung werden auch Futtermittel konventionell produziert – und zwar mit hohem Düngungs- und Pestizid-Einsatz. Die dadurch entstehende Belastung von Böden, Gewässern und Luft hat einen massiven negativen Einfluss auf natürliche Ökosysteme. Die Artenvielfalt in einer eigentlich natürlichen Tier- und Pflanzenwelt wird dadurch stark beeinträchtigt.

 

Auswirkungen auf Deine Gesundheit

  • Pestizide im konventionellen Tierfutter, bedeutet im Endeffekt auch, dass sich mehr Pestizidrückstände in den tierischen Lebensmitteln binden. Außerdem erhalten die Tiere in der konventionellen Landwirtschaft häufiger Medikamente als ihre biologisch gehaltenen Artgenossen. Insbesondere Antibiotika. Ein Grund mag darin liegen, dass die Tiere weniger Platz im Stall haben und daher enger zusammenstehen. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass in Bio-Produkten aus tierischer Quelle seltener multiresistente Keime gefunden werden. Man mag das Gefahrenpotential unterschiedlich bewerten können – gesünder sind Produkte aus konventioneller Tierhaltung aber wohl kaum.

Also: Bei Fleisch, Milchprodukten und Eiern gilt: Bio ist besser als regional.

 

Obst und Gemüse – die Qual der Wahl.

Was Obst und Gemüse angeht wird es tatsächlich schwieriger. Der Bio-Apfel aus Neuseeland, oder der Apfel aus konventioneller Produktion vom benachbarten Bauernhof?

 

Umweltbelastung

  • Für die Bio-Produktion werden weniger Pestizide eingesetzt. Das ist gut für Dich, Deine Gesundheit und die Umwelt. Soweit, so gut. Sobald der Apfel, die Gurke, die Mango, die Avocado und die Erdbeere aber um die halbe Welt verschifft wird, ist der ökologische Vorteil der Bio-Lebensmittel schnell futsch. Schlimmer: die negativen Auswirkungen für den Transport übersteigen die Vorteile durch den geringeren Pestizid-Einsatz je nach Produkt um ein Mehrfaches. Wenn der Transport mit dem Flugzeug erfolgt sowieso.
  • Hinzu kommt, dass Obst und Gemüse Wasser, Licht und Wärme brauchen, um optimal zu wachsen. Das führt dazu, dass in sonnigen, trockenen Regionen vermehrt Früchte angebaut werden, deren Wasserverbrauch ganze Landstriche austrocknet. Erdbeeren, Spargel, Avocados, Nüsse – um nur wenige davon zu nennen.

Ist Dir der Schutz der Umwelt wichtig? Dann kaufe eher regionale Produkte, als Bio-Produkte aus Drittländern. Achte auch auf die Saisonalität Deiner Lebensmittel.

Gesundheitliche Aspekte

  • Liegt Dein Fokus auf einer möglichst schadstoff-freien Ernährung, dann kaufe Bio. Aber Achtung: auch Bio ist inzwischen häufiger mit Pestiziden belastet, als gemeinhin angenommen wird (siehe Tabelle unten). Und auch Schwermetallrückstände (Cadmium, Blei, Arsen, Quecksilber) aus der Umwelt sind auf biologisch und konventionell hergestellten Produkten gleichermaßen verteilt. Hier gibt es keine nennenswerte Unterschiede.

Reinige Obst und Gemüse also grundsätzlich möglichst gründlich.

  • Was allerdings gegen weitgereiste Bio-Produkte spricht ist der Verlust von Nährstoffen während eines langen Transports und einer langen Lagerung. Je frischer die Frucht, desto höher der Nährstoffgehalt. Das spricht wiederum für den Konsum regionaler Produkte.

 

Bio weist also weniger Pestizide auf, jedoch ähnlich viele Schwermetallrückstände. Bio kann gegen konventionelle regionale Produkte beim Nährstoffgehalt nicht zwingend mithalten – wenn es von weit her kommt.

An dieser Stelle werben wir jetzt in eigener Sache: Sowohl konventionelle, als auch Bio-Produkte können ein Bad in unserem Pestizid-Entferner gut vertragen. Näheres dazu auf unserer Website. lemonist ist vegan und enthält ausschließlich Zutaten, die auch in Bio-Lebensmitteln Verwendung finden dürfen. Beim letzten Test durch ein unabhängiges, akkreditiertes Institut, konnten wir 89% der Pestizide aus einer Mischprobe entfernen.

*Es gibt Obst und Gemüse, bei dem Pestizide schwieriger zu entfernen sind als bei anderen Sorten. Zum einen sind das Himbeeren, alle Arten von Pilzen und andere wasserempfindliche Obst- und Gemüsesorten. Diese können nicht länger im Wasserbad liegen, ohne, dass die Qualität dadurch abnimmt. Sie saugen sich voll Wasser oder platzen auf.
Zum anderen gibt es Sorten, die  nicht-abwaschbare Pestizide enthalten. Wir sprechen hier von systemischen Pestiziden, die in die Frucht eindringen. Das betrifft insbesondere Produktsorten, die unter der Erde wachsen – allen voran Kartoffeln und Möhren. Hier hat auch unser lemonist Pestizid-Entferner wenig Wirkung. Kaufe diese daher lieber in Bio-Qualität.