Wissenswertes

Schadstoffe auf Obst und Gemüse

Deine Lebensmittel kommen mit vielen Stoffen in Kontakt, die in Deinem Körper und in einer gesunden Natur nichts zu suchen haben. Das gilt auch für Bio-Lebensmittel. Manche der Schadstoffe gelangen über die Luft, Regen oder über die Plastikverpackung auf die Lebensmittel, andere werden zum Pflanzenschutz oder zur Düngung absichtlich hinzugefügt.

Pestizide

Pestizide sind Gift. Das sollte niemanden überraschen, denn genau das ist ihr Sinn und Zweck: sie werden produziert und eingesetzt um unerwünschte Insekten, Vögel, Nagetiere, Unkraut, Pilze, und andere “Schädlinge” naja – eben zu vergiften. Wir von lemonist sind uns sicher, dass diese Gifte nicht ungiftig für uns Menschen, Kinder, Kranke, Alte, Föten sein können. Und für eine gesunde Umwelt erst recht nicht.

Auf einer einzelnen Johannisbeere findest Du bis zu 24 unterschiedliche Pestizide. In der EU gibt es zwar Grenzwerte für die Belastung mit einzelnen Stoffen, nicht aber für die Gesamtbelastung. Das führt dazu, dass Produzenten einfach viele unterschiedliche Pestizide nutzen, anstatt nur ein einziges. Damit darf auch stark behandeltes Obst oder Gemüse weiterhin verkauft werden. Wir sind überzeugt davon, dass die Wechselwirkung von Pestiziden ein hohes Gesundheitsrisiko darstellt, welches beim Inverkehrbringen von Obst und Gemüse aber leider überhaupt keine Rolle spielt. Auch das Umweltbundesamt äußert sich zu der toxikologischen Gefahr durch Mehrfachbelastungen öffentlich kritisch.

Allumfassend testen lässt sich die Toxizität der Wechselwirkungen kaum, denn in der EU dürfen über 400 unterschiedliche Pestizide eingesetzt werden. Die Anzahl dadurch nötiger Test-Kombinationen ginge in die Trillionen.

Übrigens: bei der letzten Überprüfung im Jahr 2018 wurden auch auf 26% der Proben von Bio Obst und Gemüse Pestizide gefunden. Die Tests wurden vom Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit durchgeführt. Beim Spitzenreiter Bio-Rucola wurden sogar auf über 90% der Proben Rückstände von Pestiziden gefunden. Das sind schlechte Nachrichten, denn zu hohe Pestizidbelastungen werden mit Autoimmunkrankheiten und der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht.

Einen sehr gut geschriebenen und auch für Laien lesbaren Bericht zu den gesundheitlichen Risiken durch Pestizide hat Greenpeace veröffentlicht. Du findest ihn hier. https://www.greenpeace.de/pestizide-gesundheit

Mikroplastik

Mikroplastik sind kleinste Teile synthetischer Kunststoffe. Es entsteht unter anderem durch die Zersetzung größerer Kunststoff-Produkte, wie zum Beispiel durch den Abrieb von Autoreifen oder von Textilien. Durch die Oberflächeneigenschaften kann Mikroplastik wie ein Magnet auf andere Umweltgifte wirken und diese binden, was es umso gefährlicher für Deine Gesundheit macht.

Mikroplastik kommt über feinstaub-belastete Luft und über Plastikverpackungen auf Obst und Gemüse. Besonders bedenklich ist das hormonell wirkende BPA, welches mit Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Schwermetalle

Schwermetalle finden sich in biologisch und im konventionell angebautem Obst und Gemüse. Auch hier spielt Feinstaub eine Rolle, denn Industrie- und Autoabgase unterscheiden nicht zwischen Bio und Konventionell. Das Schwermetall Kupfer wird zudem sehr häufig als biologischer Pflanzenschutz eingesetzt, ist aber nicht per se ungefährlich und kann sich nicht natürlich abbauen. Schwermetalle können die Blut-Hirn-Schranke überwinden, belasten Deine Organe, Dein Nervensystem – und natürlich Deine Umwelt.

Keime & Sonstiges

Durch Düngung und über den Durchlauf der Logistikkette (Ernte, Verpackungsprozess, Transport, Auslage im Supermarkt) kommen Lebensmittel in Kontakt mit allerlei Stoffen, die Du nicht zwingend essen möchtest. Je nachdem aus welchem Ursprungsland z.B. Dein Apfel kommt, durchläuft dieser viele Hände, bis er bei Dir im Obstkorb landet. Das ist im Grunde nicht unbedingt problematisch – kann es aber sein, wenn Dein Immunsystem nicht ganz fit oder das Immunsystem eines Kindes noch nicht ausreichend entwickelt ist. Sobald sich dann ernstzunehmende Keime und Konsorten auf Obst und Gemüse tummeln, kann das zu einem Problem für Deine Gesundheit werden.

Die Gefahr durch Keime in deutschen Supermärkten scheint aber tatsächlich sehr gering. Beim Durchlauf der Transportketten wird offenbar gut auf die Kühlung der Produkte geachtet, was die Vermehrung von Bakterien ausreichend wirksam hemmt. Auf Obst und Gemüse sind zudem weniger potentiell gesundheitsgefährdende Keime, als in tierischen Produkten.

Keime entfernst Du mit einer möglichst hohen Wassertemperatur bei der Reinigung deiner Produkte. Kochst Du Obst und Gemüse, tötest Du Keime nahezu vollständig ab.

An diesem Punkt möchten wir darauf hinweisen, dass wir lemonist nicht als Desinfektionsmittel verkaufen (dürfen). Auch wenn einzelne Bestandteile möglicherweise eine desinfizierende Wirkung haben, sind diese in der EU und in Deutschland nicht als Desinfektionsmittel für Lebensmittel anerkannt und zugelassen.

Auf Bio etwa auch?

In der biologischen Landwirtschaft dürfen eigentlich keine chemischen Pestizide eingesetzt werden. Dennoch werden diese regelmäßig auf Bio-Produkten nachgewiesen – wenn auch in geringerer Konzentration als auf konventionell hergestellten Produkten. Bei Bio-Rucola wurden bei nahezu allen Proben des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) Pestizidrückstände gefunden.

Abgesehen von Pestiziden sind Böden und Luft mit Mikroplastik und Schwermetallen übersäht, die sich insbesondere auf der Schale von Obst und Gemüse ablagern. Industrie- und Autoabgase sowie der Abrieb von Auto- und LKW-Reifen unterscheiden leider nicht zwischen Bio und nicht-Bio. In der Bio-Landwirtschaft darf das Schwermetall Kupfer zum Pflanzenschutz eingesetzt werden. Das braucht Dein Körper in geringem Maße zwar als Spurenelement, aber die Dosis macht nunmal das Gift.

Ganz klar ist: was die Pestizid-Belastung angeht, ist Bio besser als konventionelles Obst und Gemüse. Die Annahme, das Bio-Produkte keine Schadstoffe enthalten, ist aber grundlegend falsch. Sie enthalten zwar im Normalfall weniger Pestizide, aber eben nicht grundsätzlich keine. Und was Schwermetalle und Mikroplastik angeht – hier gibt es in der Regel keinen Unterschied zwischen Bio und nicht-Bio.

Schau in unsere Tabelle zur Pestizidbelastung einzelner Lebensmittel. Diese ist aufgeteilt in Bio und nicht-Bio

Produkte ohne essbare Schale

Klar, in erster Linie ist es wichtig das Obst und Gemüse mit lemonist zu reinigen, bei dem Ihr die Schale mit esst. Allerdings sind auch Bananen, Melonen und Avocados mit Schadstoffen belastet. Diese können beim Schälen in die Frucht übergehen und von Euch dann aufgenommen werden.

Pestizidbelastung in Zahlen